Von-Hippel-Lindau-Syndrom
Das Von-Hippel-Lindau-Sydrom (VHL-Syndrom) ist eine seltene erbliche neurokutaneTumorerkrankung (Prävalenz 1:50.000), welche mit der Entstehung von meist gutartigen Tumoren einhergeht. Tumoren der Von-Hippel-Lindau-Krankheit entwickeln sich meistens im Gehirn und in der Netzhaut der Augen. In anderen Organen können sich andere Tumorarten entwickeln, darunter Tumoren in den Nebennieren (Phäochromozytome) und Zysten in den Nieren, der Leber oder der Bauchspeicheldrüse. Bei den betroffenen Menschen nimmt das Risiko für Nierenkrebs mit zunehmendem Alter zu.
Phänotypisch kann zwischen VHL-Typ I und VHL-Typ II unterschieden werden: VHL-Typ I ist charakterisiert durch das Auftreten von Hämangiomen in der Netzhaut und/oder im Zentralnervensystem, Nierenzellkarzinomen und/oder neuroendokrinen Tumoren. Das Risiko für Phäochromozytome ist allerdings sehr gering. VHL-Typ I ist mit nonsense-Mutationen oder Deletionen größerer Genabschnitte assoziiert. Im Gegensatz dazu ist bei VHL-Typ II das Risiko für die Entstehung von Phäochromozytomen sehr hoch, und häufig werden bei Betroffenen missense-Mutationen in VHL detektiert.
Die Symptome hängen von der Größe und der Lage der Tumoren ab. Kinder können unter Kopfschmerzen leiden und sich schwindlig oder schwach fühlen. Dazu können Sehstörungen, die bei wachsenden Tumoren der Netzhaut auch zu Sehverlust führen können, und Bluthochdruck kommen. Es kann zu einem Koordinationsverlust kommen. Etwa 10 Prozent der betroffenen Kinder hat einen Tumor des Innenohrs, was das Gehör beeinträchtigen kann. Ohne Behandlung können die Betroffenen erblinden, Hirnschäden erleiden oder sterben. Todesfälle sind normalerweise die Folge von Komplikationen der Gehirnangiome oder des Nierenkrebses.
Erkrankung | OMIM-P | ORPHA | Gen | OMIM-G | Vererbung | Prävalenz | Manifestation |
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von Hippel-Lindau Syndrom | 193300 | VHL CCND 1 | autosomal dominant | 1:50.000 | Kindheit - Erwachsener |